Kanarienvögel

ID #1114

Käfiggröße und Ausstattung

Hinweis: Alle Maße beziehen sich auf Breite x Höhe x Tiefe und sind in cm angegeben Käfiggröße  

Bevor man sich als Hobbyhalter Kanarienvögel in die Stube holt, sollte ein geeigneter Käfig bereit stehen. Die Frage der Käfiggröße ist eine viel diskutierte. Im Handel gibt es eine große Auswahl verschiedenster Käfige, oft zu klein oder ungünstig geformt mit Rundungen und viel Schnickschnack. Nehmen Sie sich Zeit bei der Auswahl. Suchen Sie einen schlichten, möglichst geraden Käfig. Am besten eignet sich ein Käfig, der länger als hoch und höher als tief ist (Breite > Höhe > Tiefe).

Achten Sie auf den Gitterabstand. Der Kanarienvogel soll nicht den Kopf durchstecken können.

Ein Käfig mit Gitterabstand bis max. 1,3 cm ist für Kanarien geeignet. Bedenken Sie, dass die Haltungsform (Einzel-, Paar- oder Gruppenhaltung) die Käfiggröße vorgibt. Bei der Einzelhaltung sollte eine Mindestlänge von 60 cm nicht unterschritten werden.  

Die empfohlene Käfiggröße für ein Kanarienpärchen liegen bei etwa 0,5 m³ (also einem Käfig mit den Maßen 100x100x50).

Natürlich gehen auch ein wenig kleinere Käfige: So wurden hier im Forum Käfige für Kanarienpärchen mit den Maßen 70x60x40 oder 90x80x50 vorgestellt.

Zu beachten ist, dass bei der Käfighaltung grundsätzlich Freiflug nötig ist. Bei einer kleinen Kanariengruppe oder einem Pärchen mit Nachwuchs ist schnell eine Zimmervoliere nötig.

Ob Sie diese kaufen oder selbst bauen bleibt Ihrem handwerklichen Geschick vorbehalten.

Generell gilt: je größer, desto besser.

Beachten Sie, dass bei einer Gruppenhaltung mit mehreren Pärchen zur Brutzeit im Frühjahr Revierkämpfe auftreten können. Seien Sie gewappnet und halten Sie zusätzliche Käfige bereit, um die Paare trennen zu können, falls es doch zu ernsthaften Streitereien kommen sollte.

 

Käfigausstattung und Sitzgelegenheiten:

In gekauften Vogelheimen sind meist gedrechselte Holzstangen oder Kunststoffstangen angebracht. Beides ist nicht ideal. Tauschen Sie wenigstens einen Teil der Stangen aus. Lassen Sie bei der Wahl der Sitzgelegenheiten Ihrer Phantasie freien Lauf.

Es eignen sich Naturzweige unterschiedlicher Stärke (empfehlenswert sind Laubgehölze wie Holunder, Birke, Weide, Ahorn, ungespritzte Obstbäume). Die meisten Zweige sollten so dick sein, dass der Vogelfuß sie nicht vollständig umfassen kann. So nutzen sich die Krallen besser ab und Fußschäden vermieden.

Bitte lassen Sie die Finger von Schmirgelpapier überzogenen Stangen. Diese reizen die empfindliche Fußhaut des Kanarienvogels.

Seien sie erfinderisch: Bringen Sie die Zweige schräg im Käfig an, verwenden Sie ruhig mal ein Sisalseil als Sitzgelegenheit oder hängen sie die Zweige so an die Käfigdecke, dass sie frei schwingen, wenn der Vogel sie anfliegt.  

Grundsätzlich sollten Sie Folgendes beachten: Lassen Sie dem Vogel/den Vögeln ausreichend Flugraum im oberen Teil des Käfigs. Von Ast zu Ast sollten einige Flügelschläge möglich sein. Bringen Sie die Zweige versetzt an, so dass die unteren Zweige nicht von oben durch Vogelkot verschmutzt werden. Tauschen Sie die Zweige durch neue, wenn sie doch mal zu stark verschmutzt sind.

 

Grit oder zerstoßene Muschelschalen:

Diese benötigt der Kanarienvogel für die Verdauung. Oft ist er im Vogelsand enthalten.

Wenn Sie jedoch keinen Vogelsand verwenden, muss er extra angeboten werden.

 

Bodenbelag:

Hier gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten. Neben dem herkömmlichen Vogelsand bietet der Handel z.B. Quarzsand, Buchenholzgranulat, Hanfstreu u.v.m.

Von leichten Materialien wie Hobelspänen ist jedoch eher abzuraten. Sie halten den Flügelschlägen der Kanarien nicht lange stand und fliegen dann im Zimmer umher. Auch einfaches Küchenpapier ist geeignet und bei Bedarf schnell zu wechseln. Für welchen "Bodenbelag" Sie sich entscheiden, hängt von Ihren Vorlieben ab.

Soweit ich das beurteilen kann, bevorzugen viele Halter Buchenholzgranulat oder Hanfstreu.

Denken Sie bei Ihrer Wahl auch an den vom Vogel benötigten Grit, der gegebenenfalls in einem extra Schälchen angeboten werden muss.

 

Kalkstein oder Sepiaschale:

Sie versorgen den Vogel mit lebenswichtigen Mineralien. Futter- und Wassernäpfe: Wählen Sie Näpfe, die leicht zu reinigen sind. Bringen Sie die Näpfe so im Käfig an oder platzieren Sie die Näpfe so auf dem Boden des Käfigs, dass kein Kot hinein fallen kann. Passen Sie die Anzahl der Futternäpfe der Anzahl Ihrer Kanarien an. So entsteht weniger Streit um das Futter.

 

Badegelegenheit:

Kanarien baden sehr gern. Ein Badehäuschen, das man in die Käfigtür einhängen kann, oder eine andere Badegelegenheit sollte deshalb nicht fehlen.

 

Spielzeug:

Kanarien können mit "Spielzeug" nicht sehr viel anfangen. Sie beschäftigen sich begeistert mit jungen Trieben, frischen Zweigen und Blättern von verschiedenen Laubbäumen. Schaukeln eignen sich oft als gute Schlafplätze.

Bauen Sie einen "Spielplatz" für Ihre Kanarien aus Zweigen, Sisal und was Ihnen sonst noch so einfällt. Einen solchen phantasievollen Landeplatz fliegt ihr Kanarienvogel beim Freiflug sicher gerne an.

Zu einem solchen Spielplatz finden Sie über die Suchfunktion im Vogelforum und in der Bastelecke im Pirol jede Menge Anregungen.

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Letzte Änderung des Artikels: 2011-05-01 11:32
Verfasser des Artikels: Maria
Revision: 1.2

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