Gesundheitsthemen

ID #1018

Parasiten

 

 

Die Vögel können nie 100-prozentig vor Parasiten geschützt werden. Deswegen ist es wichtig, sie früh genug zu erkennen und zu behandeln.

Erkennung: Der Vogel zeigt ein oder mehrere der folgenden Symptome:

- schwammartige Veränderungen an der Wachshaut, Schnabel, Nase (Gesichtsräude)

- Erkennen von Löchern, entstehend durch die Bohrgänge der Milben im Bereich der Wachshaut, der Nase oder des Schnabels

- Entstehen sogenannter Kalkbeine (weißliche Wucherungen an Ständern und Füßen)

- Auftreten größere Unruhe beim Vogel, vorwiegend nachts

- bei Befall durch Nordische Vogelmilbe überwiegend tagsüber

- unruhiges Hin- und Hertrippeln auf der Stange

- häufiges Kratzen

- übertriebener Putzdrang

- auffälliges Bepicken der Haut bis hin zum Rupfen von Federn oder gar Benagen der Haut

- auffallend blasse Haut

- starkes Abmagern

- zerrupftes, ungepflegtes Federkleid

- Entzündungen der Haut

- Erkennen von Parasiten mit bloßem Auge Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Endo- und Ektoparasiten.

 

Endoparasiten sind Parasiten der inneren Organe. Häufig zu nennen sind hier Bandwürmer, Luftröhrenwürmer, Trichomonaden, Flagellaten und Kokzidien.

Ektoparasiten sind Parasiten der Haut bzw. der Federn, also äußerlich auftretende Schmarotzer. Die bekanntesten bzw. die am häufigsten auftretenden sind: Grabmilben, Rote oder Nordische Vogelmilben, Federlinge, Federmilben, Hautmilben, Federspulmilben, Läuse und Zecken.

 

Therapie:

So unterschiedlich die einzelnen Milbenarten sind, so unterschiedlich sind die auftretenden Symptome und Behandlungsmaßnahmen. Grundsätzlich gilt, daß man von der Eigenbehandlung durch Besprühen mit gekauften "Wundermitteln" gegen Milben absehen sollte und einen vogelerfahrenen Tierarzt konsultieren sollte.

Daher möchte ich hier keinen Leitfaden für die einzelnen Behandlungsvarianten aller Milbenarten reinsetzen, sondern generell an einen vogelkundigen Tierarzt verweisen. Wichtig: Von eigenen Experimenten mit haushaltsüblichen Schädlingsbekämpfungsmitteln ist ausdrücklich abzuraten. Die Gefahr, daß der Vogel zwar unter Umständen parasitenfrei, jedoch vergiftet ist, ist enorm hoch. Dringend zu beachten ist, daß die meisten Behandlungen in diversen Abständen nach der Erstbehandlung zu wiederholen sind, damit alle Parasiten (auch die frisch geschlüpften) getötet werden.

Zur Stärkung des Immunsystems ist die Extragabe von Vitamin- und Mineralienpräparaten zu empfehlen.

Parallel zur Behandlung des erkrankten Vogels ist eine gründliche Desinfektion der kompletten Umgebung des Vogels vorzunehmen, wie Käfig/Voliere, Innenausstattung derselben (Spielzeug, Sitzstangen, etc.), alle Ritzen und Löcher, Freisitze, unter Umständen auch die umgebenden Möbel und Einrichtungsgegenstände.

Prophylaxe:

- regelmäßiges Säubern und Reinigen der Käfige / Volieren

- regelmäßiges Säubern aller Sitzstangen, Spielzeuge, etc.

- regelmäßige Kontrolle der Vögel auf sichtbare Symptome oder Verhaltensauffälligkeiten

- regelmäßige Gabe von Vitamin- und Mineralstoffpräparaten

- Gabe einer ausgewogenen Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse

- bei Neuzugängen unter Umständen Quarantänezeiten beachten

 

Merke:

Ein gesunder und zufriedener Vogel, der sein natürliches Verhaltensrepertoire in möglichst großem Umfang ausleben kann, verfügt meist über ein gesundes, intaktes Immunsystem.

Dadurch sinkt die Wahrscheinlichkeit zu erkranken, auch an Parasiten. Zu einem fidelen, glücklichen Vogelleben gehört auch generell mindestens ein gleichartiger Vogelpartner, wenn nicht sogar mehrere.

 

Kein Mensch kann einem Vogel einen Partner ersetzen!!!

 

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Letzte Änderung des Artikels: 2011-09-13 00:14
Verfasser des Artikels: KarinD
Revision: 1.2

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