Ernährung

ID #1092

Wie gewöhne ich meine Papageien und Sittiche an Obst?

 

von doris

 

 Obst und Gemüse stellt bei Papageien einen wichtigen Bestandteil der Nahrung dar. Es gibt jedoch unter den Papageien Exemplare, die jede Form von Frischkost verweigern. In solch einem Fall wird weder Gemüse, Obst noch Grünfutter in ausreichender Menge gefressen, was auf Dauer zu schweren gesundheitlichen Problemen führen kann. Es stimmt nun mal leider nicht, dass sich Papageien das Futter auswählen, dass für ihre Gesunderhaltung am besten geeignet ist. Meist werden die wohlschmeckenden Ölsaaten bevorzugt. Oftmals liegt es daran, dass die Tiere an andere Futtermittel einfach nicht gewöhnt wurden, man muss daher bereits bei Jungvögeln auf die abwechslungsreiche Ernährung achten.

Als erstes sollten Sie kontrollieren, ob die Futtermenge bzw. das Verhältnis Körnerfutter / Frischkost stimmt. Werden zu viele Körner gereicht, wird der Vogel freilich das unbekannte Obst nicht anrühren, bzw. lieber Sonnenblumenkerne als Karotten fressen. Reduzieren Sie die Körnermenge also auf den tatsächlichen Tagesbedarf, es sollten abends nur noch wenige Körner im Napf vorhanden sein. Wenn das noch keine Besserung bringt, können Sie es mit folgenden Methoden versuchen:

1. Abwechslung
Diese Variante dürfte die selbstverständlichste und leichteste sein: Bieten Sie ihren Papageien unbedingt verschiedene Sorten an! Auch Vögel haben bestimmte Vorlieben, sodass manches Obst um nichts in der Welt angerührt, andere Sorten dagegen regelrecht verschlungen werden. Was Obst und Gemüse angeht, können Sie Verschiedenstes in den Futterplan der Tiere aufnehmen. Geeignet sind z.B. Äpfel, Birnen, Marillen, Pfirsiche, Nektarinen, Pflaumen, Kirschen, Bananen, Orangen, Mandarinen, Mangos, Papayas, Feigen, Karotten, Paprikas, Gurken, Zwiebeln, Knoblauch, Rettich, etc. Je mehr verschiedene Sorten Sie anbieten, desto größer ist die Chance, dass ihr Papagei etwas nach "seinem Geschmack" findet.

2. Futter als "Spielzeug"
Befestigen Sie ein großes Karottenstück, eine Paprikaschote oder ein Apfelviertel am Kletterbaum oder Lieblingsast des Vogels. Sie können dort auch einen richtigen "Obstspieß" anbringen. Sollte das die Neugierde des Tieres noch immer nicht wecken, wechseln Sie den Platz, befestigen Sie die Futterstückchen z.B. anstatt eines Spielzeuges an einem Ast. Viele Papageien beknabbern das "unbekannte Zeug" und kommen so auf den Geschmack.

3. Körner- / Obst-Gemisch
Schneiden Sie das Obst sehr klein und mischen Sie es unter das Körnerfutter. Die Obststückchen bleiben an den Körnern haften und werden vom Tier zusammen mit den Samen aufgenommen. Eventuell gewöhnen sich Ihre Papageien auf diese Weise an die Frischkost und nehmen sie später ohne das Vermischen mit den Körnern an. Die gleiche Methode können Sie auch mit Quell- und Keimfutter oder anderen Lieblingsspeisen Ihrer Vögel probieren. Das Gemisch muss aber nach wenigen Stunden entfernt werden, da es leicht verdirbt.

4. "paniertes" Obst
Es kann auch wahre Wunder wirken, wenn z.B. eine Apfelspalte mit einer dünnen Schicht Körner bedeckt bzw. "paniert" wird. Hierzu sollten vor allem die bevorzugten Körnersorten verwendet werden. Frisst der Vogel nun von den Körnern, nimmt er sicherlich bald auch etwas vom Obst auf.

5. Brei und Saft
Manche Papageien haben die verschiedensten Vorlieben. Es gibt tatsächlich Tiere, die Apfelstücke ignorieren während Apfelmus gerne angenommen wird. Probieren Sie es also einmal mit Obst- oder Gemüsebrei. Auch mit Säften können Sie ihr Glück versuchen, anfangs müssen Sie den Saft eventuell etwas verdünnen. Sie sollten Säfte allerdings zumindest in der ersten Zeit nicht als Wasserersatz reichen, da nicht garantiert werden kann, dass die Papageien ihren Flüssigkeitsbedarf auch wirklich über den Saft decken. Stellen Sie den Vögeln daher immer eine Schüssel mit purem Wasser zur Verfügung. Beides, den Brei sowie den Saft, können Sie entweder selbst herstellen oder käuflich (Babynahrung) erwerben. Sie müssen bei letzterer Variante aber darauf achten, dass kein Zucker enthalten ist.

Sollten diese Methoden nicht sofort Wirkung zeigen, müssen Sie die Vitaminversorgung vorerst anders sicherstellen. Geben Sie den Tieren viel Grünfutter, eventuell wird es besser angenommen als Obst oder Gemüse. Sie können z.B. Vogelmiere, Löwenzahn, Ringelblumen, Vogel-Knöterich, Kresse und Gras verfüttern. Auch anderes "Naturfutter" wie z.B. Vogelbeeren (Eberesche), Hagebutten, schwarze Holunderbeeren oder die halbreifen Samenstände des Ahorns sind beliebt. Wird auch solche "Frischkost" verschmäht, bleibt Ihnen nichts anderes über, als Ihre Tiere vorübergehend durch künstliche Vitaminpräperate vor Mangelerscheinungen zu schützen. Auf lange Sicht sollte jedoch immer die Umstellung auf eine ausgewogene Ernährung mit Obst, Gemüse oder Grünfutter angestrebt werden. Es kann eventuell Wochen oder Monate dauern, bis hartnäckige "Obstverweigerer" das Futter annehmen. Man sollte sich auf alle Fälle nie entmutigen lassen und es unbedingt weiterhin versuchen, auch wenn das Obst momentan noch keine Beachtung findet. Die Mühe lohnt sich so gut wie immer nach einiger Zeit.

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Letzte Änderung des Artikels: 2010-03-11 18:38
Verfasser des Artikels: Doris
Revision: 1.1

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