Ernährung

ID #1059

Ernährung von Weichfressern, speziell Tukanen und Arassaris

 

Tukane und Arassaris (Fam. Ramphastidae) werden in letzter Zeit immer häufiger von Privathaltern gehalten und auch nachgezüchtet.

Bei der Haltung sind neben spezifischen Ansprüchen an die Unterbringung (größeren Platzbedarf, Hygiene) bei der Fütterung einige Besonderheiten zu beachten.

Alle Weichfresser (hier sind besonders Tukane, Beos, Paradiesvögel und asiatische Hornvögel betroffen) sind für die sog. Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose) anfällig. Aus noch nicht eindeutig geklärten Gründen sind vor allem fruchtfressende Vogelarten in der Lage, fast das Gesamte in der Nahrung enthaltene Eisen (und andere Mineralstoffe) aufzunehmen. Das vom Körper nicht benötigte Eisen wird dann in inneren Organen, vor allem der Leber und der Milz gespeichert und führt nach einigen Jahren zum Organversagen. So ist zu erklären, dass viele Tiere schon nach 5-7 Jahren in Menschenobhut ohne Anzeichen einer Erkrankung sterben und nicht das Höchstalter von 15-20 Jahren erreichen.

Bei der Ernährung dieser Vögel muss also dem Eisengehalt in der Nahrung besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden. Der Eisengehalt sollte auf jeden Fall unter 100 ppm (parts per Million, das entspricht mg pro kg) betragen. Je weniger desto besser!

Eine zusätzliche Gabe von Vitaminen und Mineralstoffen ist NICHT notwendig.

Eine Liste bewährter und weniger geeigneter Futtermittel:

geeignet:

Spezialpellets für Weichfresser (vor dem Füttern einweichen!) ca. 1-1,5 Esslöffel pro Vogel und Tag, je anch Größe. Aus eigener Erfahrung kann ich Versele Laga T16 oder Orlux Beopellets empfehlen.

weitere geeignete Eiweissquellen sind:
gekochtes Eiweiß und Eidotter
Tofu
Zophobas
Grillen/Heimchen
mageres Hühner- oder Putenfleisch (gekocht)
abgezogene zerteilte Eintagsküken.

Der Hauptbestandteil des Futters besteht zu ca. 80-90 % aus in kleine Stücke geschnittenes Obst (ca. 1x1cm für kleine Arassaris, große Ramphastos-Tukane bis 2x2 cm). Bei größeren Stücken wird sehr viel vergeudet und verschmutzt die Umgebung.

Geeignetes Obst:
Apfel, Birne, Pfirsich/Nektarine, Aprikose, Mango, Papaya, alle Melonen, Kirschen, Kiwi, Weintrauben, Feigen, Litchi, Blaubeeren, Rote, Weiße und Schwarze Johannisbeeren, Feuerdornbeeren, Him- und Brombeeren etc. . Bananen werden gern gefressen, verbräunen aber schnell und werden dann nicht mehr gefressen.

Nicht geeignet sind:
alle Trockenfrüchte (z.B. Rosinen), besser frisches Obst füttern! Alle Citrusfrüchte, da der hohe Säuregehalt die Aufnahme von Eisen im Darm fördert, gleiches gilt auch für Ananas.

Zu weiches Obst, das schon überreif oder breiig ist, sollte ebenfalls nicht gefüttert werden.

weitere weniger geeignete Futtermittel sind:
Baby-Mäuse - Gefahr der Übertragung von Salmonellen und Yersinien, beide Bakterienarten können tödliche Krankheiten auslösen, vor allem Yersinien, deshalb auch die Volieren mäusesicher gestalten!
Hackfleisch, Rinderherz etc., da der Eisengehalt zu hoch ist.

Bei einer solchen Fütterung sind Tukane recht unempfindliche, ausdauernde Pfeglinge und Erfahrungen vor allem in den USA zeigen, dass erfolgreiche Nachzuchten immer häufiger werden.



Text von Folko Kullmann, München

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Letzte Änderung des Artikels: 2011-09-12 23:41
Verfasser des Artikels: Vogelfreund
Revision: 1.2

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