Kanarienvögel

ID #1141

Unterbringung im Jahreskreislauf Der richtige Zeitpunkt für die Brut

In freier Wildbahn leben die Vorfahren der Kanarienvögel in einem klar geregelten Jahreskreislauf.

Im Frühjahr bilden sich Brutpaare heraus, die in einem klar abgesteckten Gebiet zur Brut schreiten. Bis zum Spätsommer sind die Paare dann mit der Brut beschäftigt, an die sich die Mauser anschließt. Ist die Mauser abgeschlossen, so finden sich die Tiere in offenen Fluggruppen zusammen und überwintern in diesen. Im folgenden Frühjahr schließt sich die nächste Brut an.

 

Dieser Jahreskreislauf sollte auch in der Kanarienhaltung nachempfunden werden. Das bedeutet im Einzelnen:

 

Im Frühjahr:

Im Frühjahr kann die Fütterung langsam abwechslungsreicher gestaltet werden. Das Körnerfutter kann z.B. an einigen Tagen durch Wildsämereien, Grassamen, junge Knospen, Äpfel, Vogelmiere, Löwenzahn u.ä. ergänzt werden. Sofern sich in einer Gruppe Streitereien einstellen, sollten die Tiere paarweise für das Brutgeschäft getrennt werden. Dazu sollte jedes Paar einen eigenen Käfig / eine eigene Zuchtbox haben, die mit einem Nest ausgestattet wird. Es sollte zu anderen Zuchtpaaren nach Möglichkeit kein Sichtkontakt bestehen.

Ist kein Nachwuchs erwünscht, so kann das Gelege durch Kunsteier ersetzt werden.  

Im Alter von 30 Tagen sollten die Jungen in einen anderen Käfig gesetzt werden, um die nächste Brut nicht zu stören. Zudem wird so verhindert, dass die Henne die Jungen rupft, um die weichen Federn zum Bauen des neuen Nestes zu verwenden. Sicherer ist es, die Jungen nach dem Ausfliegen durch ein Gitter abzutrennen oder in einem Babykäfig ans Gitter zu hängen.

( Weitere Hinweise und Tipps in Sachen Brut unter www.vogel-faq.de - Fachbereich Kanarienvögel)  

Spätsommer:

Die Tiere werden zunehmen ruhiger und beginnen mit der Mauser. In dieser Jahreszeit bieten sich über die normale Futtermischung hinaus reife Wildgräser ( von Wildwiesen ), reife oder halbreife Kolbenhirse, sowie Äpfel, Vogelmiere u.ä. an. Die Trennung der Tiere sollte bis zum Schluss der Mauser beibehalten werden.

 

Nach der Mauser im Herbst, Frühwinter:

In dieser Jahreszeit kann die Trennung der Tiere aufgehoben werden, sofern Streitereien ausbleiben. Die Zufütterung von Wildsämereien, Grünfutter und Obst sollte gegen Null gefahren werden, da auch in freier Wildbahn das Nahrungsangebot knapper wird. Besonders wichtig ist, dass die Tiere keine künstliche Tageslichtverlängerung erfahren. Ist es draußen dunkel, so sollte auch der Raum indem die Kanarienvögel stehen nicht mehr beleuchtet werden, da den Tieren damit der Frühling simuliert wird und es wieder zur Brut kommen kann.

 

Im Winter:

Im Winter können die Tiere in der Gruppe in einer großen Voliere gehalten werden. Zusatzfutter ( Leckereien ) sollten die Ausnahme, besser gar nicht gegeben werden. In Sachen Lichtregulation gilt dasselbe wie im Frühwinter -> Keine künstliche Verlängerung des Tageslichtes.

 

Im folgenden Frühjahr kann die Fütterung wieder langsam abwechslungsreicher gestaltet werden. Die Tiere kommen steigender Tageslichtlänge und ein wenig Abwechslung im Futterbereich selber in Brutstimmung.

 

 

Brüten die Tiere im Winter, hervorgerufen z.B. zu durch lange Lichtzeiten, zu umfangreiche/abwechslungsreiche Fütterung, Bereitstellung von Nestern u.ä. so verschiebt sich der gesamte Kreislauf und gerät durcheinander, was sich oft negativ auf die Gesundheit der Tiere auswirkt.

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Letzte Änderung des Artikels: 2010-05-12 11:19
Verfasser des Artikels: Zugeflogen
Revision: 1.1

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